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# 34 Devil's Dog
von Twins Seven-Seven

1966. Tusche, Gouache und Firnis auf Papier

Bedrohlich und bildfüllend steht ein hundeähnliches, zweiköpfiges Fabelwesen mit einem langen Schwanz vor einer dicht bebauten Ortschaft. Die Augenpaare der menschenähnlichen Gesichter scheinen einander anzusehen, beide Münder sind geöffnet und zeigen zum Teil die Zähne des Tieres. Auffällige Strukturen und Muster füllen den Körper des Tieres: Zacken, Quadrate, Kreise und Halbkreise bestimmen einzelne Flächen, sowohl innerhalb des Körpers als auch im Hintergrund. Den hinteren Rumpfbereich ziert ein Schachbrettmuster in schwarz-weiß, auf dem ein weiteres, rotfunkelndes Augenpaar zu erkennen ist. Gezackte Formen umgeben den Körper des Tieres, die in unterschiedlichen Größen spitz zulaufen und an echsenartige Reptilien oder Drachenwesen erinnern.

Das ist der König. (…) Auf seinem Rücken ist wieder eine Katze. Im Hintergrund sieht man die Stadt des Königs. Es meint wirklich, dass manche Könige wie Hunde oder Katzen sind; sie haben diese magische Kraft, welche sie im negativen oder positiven Sinne nutzen können. Es hängt davon ab, was für ein Herz sie haben. (Twins Seven-Seven )

Twins Seven-Seven startete seine internationale Karriere im Nigeria der 1960er Jahre, wo er 1964 Bekanntschaft mit Ulli und Georgina Beier im Mbari Mbayo Club in Oshogbo machte. Im selben Jahr nahm Twins Seven-Seven an einem von Georgina Beier geleiteten Workshop teil. Beeinflusst von den Romanen des nigerianischen Literaten Amos Tutuola und seinen Erzählungen von sagenhaften Kreaturen und magischen Welten der Yoruba-Mythologie, fertigte Twins seine ersten Werke an, unter anderem eine Serie von vier Devil’s Dogs, von denen zwei bis heute Bestandteil der Sammlung Iwalewahaus sind.
Der Devils’s Dog kann als Paradebeispiel seines künstlerischen Oeuvres, seines Stils und formaler Sprache bezeichnet werden. Während Gesetzmäßigkeiten in Bezug auf Proportionen und Perspektive eine untergeordnete Rolle für ihn spielten, zeichnet sich seine unverkennbare Technik besonders durch seine lebhafte Bildsprache aus. Twins Seven-Seven (1944 - 2011) gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der Oshogbo-Schule.

Lena Naumann
Universität Bayreuth, Iwalewahaus
August 2017

Literatur

Beier, Ulli (Hg.). 1999. A dreaming life : an Autobiography of Twins Seven-Seven. Bayreuth African Studies 52: Bayreuth.