Ausstellung

Till Death 3

Theo Eshetu, Till Death Us Do Part, 1982-87, 20-Schirm Videowand-Installation. Photo: Theo Eshetu

28.04.2018 - 30.09.2018

Feedback:
Art, Africa and the 1980s

Am 27. April eröffnet eine internationale Ausstellung am Iwalewahaus, die erstmals auch Werke der Makerere Art Gallery – der wohl bedeutendsten institutionellen Kunstsammlung Afrikas – zeigt. Die Ausstellung wird von Ugochukwu-Smooth C. Nzewi vom Cleveland Museum of Art, (USA) kuratiert. Der nigerianische Kurator war 2014 Teil des Kuratoren-Teams der Dakar Biennale und begleitet das Iwalewahaus in seiner Forschung zur afrikanischen Moderne.

Feedback: Art, Africa and the 1980s läuft vom 27.04. bis 30.09.2018 und wirft einen zugleich historischen als auch zeitgenössischen Blick auf die 1980er Jahre in Afrika. Durch künstlerische Visionen von damals und heute untersucht die Ausstellung die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Realitäten in Afrika in dieser kunst- und kulturhistorisch bisher wenig beachteten Dekade.

Die 1980er Jahre waren nicht nur in Afrika geprägt von einer gesellschaftlichen Endzeitstimmung, gespeist durch soziale Proteste, Bürgerkriege, Staatsstreiche, militärische und zivile Diktaturen, Sparprogramme und Hungersnöte. Dieses letzte Jahrzehnt des Kalten Krieges machte viele afrikanische Länder zum Spielplatz für die Konflikte zwischen West- und Ost. Wirtschaftliche und politische Experimente wie die sogenannten Strukturanpassungsmaßnahmen wurden eingeführt, was wirtschaftliche Konsequenzen hatte und die Beziehungen zwischen dem postkolonialen Staat und seinen Bürger_innen grundlegend neu definierte. Es tauchten jedoch auch einige radikale Utopien auf, wie etwa Thomas Sankaras panafrikanische Revolution in Burkina Faso.

Kunstwissenschaftler_innen argumentieren, dass das Klima der Unsicherheit und des Wandels der 1980er Jahre in vielen afrikanischen Ländern eine kulturelle Mobilisierung hervorgebracht hat. Vermehrt begannen Künstler_innen sich mit den Verfehlungen postkolonialer Staaten auseinanderzusetzen. Soziale, politische und wirtschaftliche Themen wurden wichtig, Globalisierung und internationale Mobilität kritisch reflektiert. Aber auch der Alltag und die zunehmende Urbanisierung und Mobilität der Menschen waren ein wichtiges Thema der Künstler in diesem Jahrzehnt.

Die Prämisse von Feedback: Art, Africa and the 1980s lautet daher: Wie kann eine Geschichte postkolonialer afrikanischer Kunst erzählt werden, in der die 1980er Jahre eine zentrale Rolle spielen? Wie können wir dieses Jahrzehnt als Bindeglied zwischen der frühen postkolonialen Moderne der 1960er / 70er Jahre und der Dynamik zeitgenössischer Kunst der 1990er Jahren verstehen, die einst als "neuer Internationalismus" bezeichnet wurde und heute als globale Gegenwartskunst gilt?
Die Ausstellung repräsentiert eine Bandbreite von Perspektiven, sowie ihren Wandel. Die  Werke sind sowohl Zeitdokumente als auch Kommentare auf die 1980er von heute aus betrachtet. Einige der beteiligten Künstler_innen waren in den 1980er Jahren sehr jung und untersuchen nun das Jahrzehnt aus einer zeitlichen und kritischen Distanz. Ihre zeitgenössischen Antworten, die im Dialog mit den in den 1980er Jahren entstandenen Werken aus drei Kunstsammlungen präsentiert werden, tragen auch dazu bei, die Entwicklung der zeitgenössischen afrikanischen Kunst und ihrer komplementären Diskurse in den 1980er Jahren sowie ihre Auswirkungen auf die zeitgenössische afrikanische Kunst nach 1990 zu kartieren.

Durch Kunst, Musik, Film und Archivmaterial aus dem Iwalewahaus, der Universität Bayreuth; dem Weltkulturen Museum, Frankfurt; und der Makerere Art Gallery, Kampala (Uganda) beleuchtet Feedback: Art, Africa and the 1980s zentrale Aspekte der Kunst- und Kulturgeschichte einer aufregenden Epoche Afrikas. Die Umrisse der künstlerischen Praxis im Afrika der 1980er, insbesondere in den Ländern Nigeria, Senegal, D.R. Kongo, Südafrika und Kenia, werden abgebildet. Das 1981 gegründete Iwalewahaus ist selbst eine in den 1980er Jahren geborene Institution. In dieser Zeit war es eine der wenigen Orte, die sich der modernen und zeitgenössischen afrikanischen Kunst durch Ausstellungen widmete. Deshalb wird in Feedback: Art, Africa and the 1980s auch der Geschichte des Iwalewahaus und die frühen Ausstellungen in den 1980er Jahren Aufmerksamkeit geschenkt.

Feedback: Art, Africa and the 1980s bietet Werken von den Künstler_innen Amadou Ba, Fodé Camara, Lionel Davis, Baba Dia, Ndidi Dike, El Anatsui, El Hadji Sy, Ibrahim El Salahi, Theo Eshetu, Adebisi Fabunmi, Euridice Kala, Kangudia, David Koloane, Muwonge Mathias Kyazze, Ezrom Legae, Huda Lutfi, Maitre Syms, Spoek Mathambo, George Msimango, Peter Mulindwa, John Muafangejo, Lukama N’gazu, Sam Nhlengethwa, Moke, Olu Oguibe, Ronex Ahimbisibwe, Amadou Seck, Etale Polycarp Sukuro, Twins Seven Seven, Obiora Udechukwu, Beatrice Wanjiku, Ezra Wube, and Hervé Youmbi.

Ein Film- und Vortragsprogramm begleitet die Ausstellung. Nähere Informationen dazu bald hier.

Datum
28.04.2018 - 30.09.2018
Vernissage
27.04.2018 19:00
Ort
Ausstellungsetage, 1.Stock
Kuration
Ugochukwu-Smooth C. Nzewi
Preis
5 Euro / ermäßigt 3 Euro
Partner
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Sam Nhlengethwa, Unrest in Township, 1985. Sammlung Weltkulturen Museum, Frankfurt.
Foto: Wolfgang Günzel